Bremsen, Schulterblick, Handzeichen: Für die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen in Gerolzhofen steht derzeit ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit an – die Jugendverkehrsschule. In den vergangenen Wochen haben die Kinder intensiv geübt, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können.

Zunächst stand die Theorie auf dem Stundenplan. Im Klassenzimmer lernten die Kinder die wichtigsten Verkehrsregeln, übten Vorfahrtsituationen und sprachen darüber, wie man sich als Radfahrer richtig verhält. „Am Anfang war das ganz schön viel“, erzählt Fee-Lina lachend, „aber mit den Bildern und Übungen hat man es schnell verstanden.“

Nach der Vorbereitung in der Schule ging es dann auf den Verkehrsübungsplatz in Gerolzhofen. Dort trainierten die Kinder gemeinsam mit den Polizeibeamtinnen und -beamten insgesamt drei Mal das sichere Radfahren. Schritt für Schritt wurde der Schwierigkeitsgrad erhöht: Erst ging es um grundlegende Dinge wie richtiges Anfahren und Bremsen, später folgten komplexere Verkehrssituationen mit Vorfahrtsregeln, Abbiegen und dem richtigen Verhalten an Kreuzungen.

„Die Kinder waren von Anfang an hochmotiviert“, berichtet ein Polizeibeamter, der die Übungen begleitet hat. „Man merkt richtig, dass sie Spaß daran haben und stolz sind, wenn etwas gut klappt.“

Viele der Viertklässler wollten ihre Fähigkeiten sogar über den Unterricht hinaus verbessern. Deshalb trafen sich einige von ihnen am Nachmittag noch einmal auf dem Übungsplatz, um zusätzliche Runden zu drehen und schwierige Situationen zu trainieren. „Ich wollte unbedingt sicher sein, dass ich alles kann“, sagt Leonie.

Besonders positiv fiel auch der Kontakt zwischen Kindern und Polizei auf. Die jungen Radfahrer konnten jederzeit Fragen stellen und bekamen geduldig Tipps. „Die Polizisten erklären alles richtig gut“, meint Theresa. „Und wenn man etwas falsch macht, zeigen sie einem sogar auf dem kleinen Übungsrad, wie es besser geht.“

Nun steht der letzte Schritt bevor: die Prüfungen. Ähnlich wie beim Autoführerschein müssen die Kinder sowohl eine theoretische als auch eine praktische Prüfung bestehen. In der Theorie wird das Wissen über Verkehrsregeln abgefragt, während auf dem Fahrrad gezeigt werden muss, dass die Regeln auch sicher umgesetzt werden können.

Die Aufregung ist bei vielen schon spürbar – aber die Vorfreude überwiegt. „Ich glaube, ich schaffe das“, sagt Ben selbstbewusst. „Und dann habe ich meinen Fahrradführerschein.“

Wenn alles klappt, können die jungen Radfahrer bald mit noch mehr Sicherheit im Straßenverkehr unterwegs sein – und die Zeit auf dem Verkehrsübungsplatz in Gerolzhofen dürfte vielen von ihnen in guter Erinnerung bleiben.

Katharina Götz